Kreditkarte und unterwegs zahlen

Du stehst  in einem fremden Land im Supermarkt und der Magen knurrt. Wie zahlst du? In den meisten Ländern werden Kreditkarten akzeptiert. Deutschland ist eine der wenigen Ausnahmen. Ob im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt oder Mitten in den, wie in Jordanien. Ansonsten kannst du mit der Kreditkarte meist überall Bargeld abheben.

Welche Kriterien muss eine Kreditkarte beim Reisen erfüllen?

  • Kostenlose Karte: Ein Teil der Banken verlangt eine jährliche Gebühr von 25 € oder mehr. Ab einem bestimmen Umsatz, wie z.B. 5000 € entfallen sie. Empfehlenswert ist ein solcher Anbieter nicht. Oft gibt es weitere versteckte Kosten, wie ein schlechter Wechselkurs bei Fremdwährung.
  • Keine Gebühren bei der Nutzung im Ausland: Die Kreditkarte verwendest du zum Zahlen und Bargeld abheben. Für beides sollten keine Gebühren im Ausland anfallen. Bei einigen Anbietern fallen dafür Gebühren in Deutschland an. Dies ist aus meiner Sicht vernachlässigbar, da ich sie im Inland nicht verwende. Hauptsache im Ausland ist es kostenlos.
  • Master Card oder Visa: Beide Karten werden weltweit akzeptiert und es gibt kaum einen Unterschied. Von weiteren Anbietern wie American Express rate ich ab. Ich hatte geschäftlich eine American Express und sie wurde nicht immer akzeptiert.

Welche Kreditkarte verwende ich?

Bei meiner ersten Überseereise nach Australien, Kanada und den USA hatte ich eine Master Card. Diese war von meiner Hausbank und kostete mich jährlich Gebühren und bei jeder Bezahlung fielen 1,5 % Gebühren an.

Danach stieg ich auf die kostenlose Visa-Kreditkarte der Deutschen Kreditbank (DKB) um. Mit ihr reiste ich durch sämtliche Länder in  Europa, den Mittleren Osten, Südamerika und den USA. Damit gab es bisher nur ein paar Herausforderungen:

  • Die Kreditkarte wurde in Marrakesch (Marokko) selten von einem Bankautomaten zum Bargeld abheben akzeptiert. Andere Reisende aus Deutschland hatten das gleiche Problem und sie hatten keine Karte der DKB.
  • Das Bargeld abheben in Bulgarien klappte einmal nicht. Zum Glück hatte ich eine Ersatzkarte dabei. Es stellte sich heraus, dass ich mindestens 50 € abheben musste. Bei kleineren Beträgen sind die Gebühren für die DKB zu hoch.

Vorteile von der DKB:

  • Kostenlose Karte
  • Erstattung der Gebühren: Auf der DKB-Seite steht zu den anfallenden Gebühren Folgendes: „Bei Zahlungen außerhalb des Euroraums oder Zahlungen, die nicht in Euro getätigt werden, fällt ein Auslandseinsatzentgelt von 1,75% des Umsatzes an“. Die Gebühren werden bei einem monatlichen Geldeingang von 1000 € erstattet. Es gibt einen kleinen Trick, wie man den monatlichen Geldeingang einfach hinbekommt 🙂
  • Verify by Visa: Dies bietet höhere Sicherheit bei Online-Überweisungen. Ich muss für die Bestätigung einer Transaktion teilweise einen Zahlencode mit einer Smartphone-App generieren.

Bei einer gestohlenen oder nicht funktionierenden DKB-Kreditkarte ist mein Backup die kostenlose Visa-Kreditkarte von der ComDirect.

Mit der Kreditkarte bekommst du bei beiden Anbietern auch ein kostenloses Girokonto. Von diesem wird der Kreditbetrag am Anfang des Folgemonats eingezogen. Du solltest immer genug Geld darauf haben, ansonsten fallen teure Gebühren an.

Reicht eine Kreditkarte aus?

Dies lässt sich mit einer Gegenfrage beantworten: Wie kommst du an Geld bei einer geklauten oder nicht funktionierenden Kreditkarte? Schwierig! Empfehlenswert sind zwei Kreditkarten, die du an zwei unterschiedlichen Orten aufbewahrst. Ich trage eine im Geldbeutel am Körper und die andere ist in der Unterkunft. Entweder versteckt im Rucksack oder eingeschlossen.

Am Bankautomaten Fremdwährung oder Euro wählen?

Ab und zu kannst du bei der Zahlung zwischen der Fremdwährung oder Euro wählen. Nehme immer die Fremdwährung! Ansonsten bestimmt die inländische Bank den Wechselkurs. Dieser ist in der Regel viel schlechter, teilweise bis zu 10 %. Bei Euro bestimmt deine Bank den Wechselkurs.

Was machst du bei einer gestohlenen Kreditkarte?

Um den Missbrauch zu verhindern, gibt es zum Sperren eine Notfallnummer. Für den Ernstfall empfehle ich folgende Vorbereitung:

  • Speichere die Notfallnummer deiner Kreditkarte als Kontakt in dein Smartphone.
  • Zum Sperren brauchst du die Kreditkartennummer, die du ebenfalls notieren solltest.

Alternativ kannst du die Kreditkarte im Online-Portal der Bank sperren. Erkunde ich am besten vorher.

Wurde deine Kreditkarte breits geklaut?

Ich habe über 60 Länder bereist und mir wurde noch nie eine Kreditkarte oder der Geldbeutel geklaut. Es fand bisher einmal ein Missbrauch statt. Eine ungewöhnliche Transaktion wurde von der DKB erkannt und ich wurde telefonisch und schriftlich informiert. Die Karte wurde gesperrt und ich habe kostenlos eine neue erhalten. Dies war zum Glück nicht während des Reisens.

Wie kommst du im Notfall an Geld?

Mit Services wie Western Union kann dir jemand von zu Hause Geld schicken. Ich nutzte es bisher noch nicht, die Gebühren dafür sollen teuer sein.

Eine weitere Möglichkeit besteht mit PayPal. Du kannst einem anderen Reisenden oder deiner Unterkunft Geld überweisen und sie geben dir Bargeld.

Wie berechnest du unterwegs den Wechselkurs?

Bei Fremdwährungen den Wechselkurs zu wissen ist wichtig, damit dich keiner übers Ohr haut. Des Weiteren gibst du beim Abheben von Bargeld immer die Fremdwährung an. Damit du nicht versehentlich mehrere Tausend Euro abhebst, solltest du vorbereitet sein.

Für Android und iOS gibt es die App XE Currency. Du gibst den Betrag einer Währung wie z.B.  25 € ein und die App berechnet den Betrag der Fremdwährung. Der Wechselkurs wird jede Minute aktualisiert. Ohne Internetverbindung wird der zuletzt gespeicherte Kurs verwendet.

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